Zu den Darstellungen des mittelalterlichen Hospitalwesens in
Geschichten der Sozialen Fürsorge und Geschichten der Armut
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Die Geschichte des staatlichen und kommunalen Wohlfahrtswesens ist in Deutschland seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts behandelt worden, also ungefähr seit es staatliche Sozialpolitik gibt. Nach einigen Arbeiten um die Jahrhundertwende erschienen jedoch erst seit 1970 wieder weitere.
Willi VARGES
Die Wohlfahrtspflege in den deutschen Städten des Mittelalters
in: Preußische Jahrbücher 81 (1895) S. 250-318,behandelt hauptsächlich Polizeiordnungen, so daß nur ein kleinerer Teil seines immensen Materials die Hospitalgeschichte betrifft.
L[udwig] FEUCHTWANGER
Geschichte der sozialen Politik und des Armenwesens im Zeitalter der Reformation 1-2
in: Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich 32 (1908) S. 1423-1460 = 32,4, S. 167-204. 33 (1909) S. 191-228 = 33,1, S. 191-228,setzt sich mit dem eigentlich von der kirchengeschichtlichen Forschungstradition aufgeworfenen Problem auseinander, ob sich das mittelalterliche Armenwesen unter der Einwirkung der Reformation zu mehr Bevormundung und weniger Hilfeleistung entwickelt habe. Er behandelt die spätmittelalterlichen Armenordnungen.
Jesko von STEYNITZ
Mittelalterliche Hospitäler der Orden und Städte als Einrichtungen der Sozialen Sicherung Diss. im Fach Sozialpolitik Köln 1970(?)
(Sozialpolitische Schriften 26)
Berlin: Duncker & Humblot, 1970, (176 S.)versucht am ausgeprägtesten, das mittelalterliche Hospitalwesen, das er exemplarisch anhand der Hospitäler der Johanniter und des Heilig-Geist-Ordens sowie des Heilig-Geist-Spitals Lübeck darstellen will, unter modernen Kategorien der Sozialpolitik zu begreifen. Seine Darstellung steht im übrigen ständig auf der Grenze zur reinen Ordensgeschichte; sie enthält wenig sozialgeschichtlichen Realismus.
Egon BOSHOF
Untersuchungen zur Armenfürsorge im fränkischen Reich des 9. Jahrhunderts
in: AKG 58 (1976) S. 265-339,ist eine umfassende Untersuchung, die weder methodisch noch hinsichtlich der Weite der Perspektive Wunsche offen läßt.
Thomas FISCHER
Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert. Sozialgeschichtliche Untersuchungen am Beispiel der Städte Basel, Freiburg i.Br. und Straßburg
Diss. Freiburg (Brsg.) 1976
(Göttinger Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte,4)
Göttingen: Otto Schwarz, 1979 (349 S.)und:
Ingomar BOG
Über Arme und Armenfürsorge in Oberdeutschland und in der Eidgenossenschaft im 15. und 16. Jahrhundert
in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 34/35 (1974/1975) S. 983-1001setzen jetzt endlich die Fürsorge, Caritas, Liebestätigkeit in ein Verhältnis zum "Bedarf", der vorhandenen Armut, die nicht mehr als etwas unabänderliches (Mt 26,11) sondern als Gegenstand geschichtlicher Forschung füngiert. (Fischer führt als einer von wenigen auch eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der älteren Literatur, die sich zum Teil mit dem vorliegenden Versuch deckt).
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Zuletzt bearbeitet am 15. 11. 2009 um 10.30 Uhr CET
© Bernhard Höpfner 1985.
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